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Die SEXTANTE Toolbox

Einführung

Die Toolbox ist das wichtigste Element der SEXTANTE GUI, und diejenige, die Sie wahrscheinlich am häufigsten für Ihre tägliche Arbeit nutzen. Sie zeigt eine Liste aller verfügbaren Algorithmen in verschiedene Blöcke unterteilt, und der Startpunkt, um sie als einzelne Prozesse oder als Batch-Prozess, der mehrere Durchläufe desselben Algorithmus auf verschiedene Datensätze erlaubt.

Figure SEXTANTE 5:

../../../_images/toolbox.png

SEXTANTE Toolbox win

Die Toolbox enthält alle vorhandenen Algorithmen in Gruppen unterteilt. Jede Gruppe stellt einen sogenannten “Algorithmus-Anbieter” dar, also eine Anzahl von Algorithmen, die aus der gleichen Quelle, zum Beispiel von einer Drittanbieter-Anwendung mit Geoverarbeitungsfähigkeiten stammen. Einige dieser Gruppen repräsentieren Anwendungen von Drittanbietern (wie z.B. SAGA, GRASS GIS oder R), während andere Algorithmen eigene SEXTANTE Elemente sind, die keine zusätzliche Software benötigen. Derzeit nutzen diese Elemente bereits in QGIS bestehende Plugins (genauer gesagt, aus der fTools Vektor-Bibliothek zusammen mit QGIS und dem mmqgis Plugin, das Sie installieren können mit dem Plugin Manager). Sie können an dieser Stellen zusätzlich von dem grafischen Modeller oder der Batch-Verarbeitung genutzt werden, die wir in Kürze beschreiben.

Zusätzlich gibt es zwei weitere Provider, nämlich “Models” und “Scripts”. Diese enthalten vom Benutzer erstellte Algorithmen und erlauben es, eigenen Workflows und Verarbeitungen zu definieren. Wir gehen darauf später noch genauer ein.

Im oberen Teil der Toolbox finden Sie ein Suchfeld. Um die Anzahl der angezeigten Algorithmen in der Toolbox zu reduzieren und es leichter zu machen, Sie zu finden, können Sie ein beliebiges Wort oder Satz in das Textfeld eingeben. Beachten Sie, während Sie schreiben wird die Anzahl der Algorithmen in der Toolbox reduziert, so dass nur diejenigen sichtbar sind, die den Text enthalten, den Sie im Suchfeld eingeben haben.

Um einen Algorithmus zu starten, klicken Sie einfach doppelt auf den Namen in der Toolbox.

Der Algorithmus Dialog

Sobald Sie auf den Namen des Algorithmus klicken, den Sie ausführen möchten, wird ein Dialog angezeigt, wie unten zu sehen (in diesem Fall der SAGA-Dialog für den “Konvergenz-Index”-Algorithmus).

Figure SEXTANTE 6:

../../../_images/parameters_dialog.png

Parameters Dialog win

Dieser Dialog wird verwendet, um die Eingangs-Werte anzugeben, damit der Algorithmus ausgeführt werden kann. Er zeigt eine Tabelle, in der Eingangswerte und Konfigurationsparameter zu setzen sind. Der Inhalt des Dialogs steht in Abhängigkeit vom Algorithmus, der ausgeführt werden soll, und wird automatisch auf Basis der Anforderungen erstellt. Auf der linken Seite wird der Name des Parameters angezeigt. Auf der rechten Seite wird der Parameter gesetzt.

Obwohl die Anzahl und Art der Parameter von den Eigenschaften des Algorithmus abhängt, ist die Struktur des Dialogs für alle ähnlich. Die Parameter können folgende Typen sein.

  • Ein Rasterlayer, aus der Liste aller in QGIS geladenen Layer. Und einen Auswahlknopf auf der rechten Seite, um nach Dateien zu suchen, die noch nicht in QGIS geladen sind.

  • Ein Vektorlayer, aus der Liste aller in QGIS geladenen Layer. Und einen Auswahlknopf auf der rechten Seite, um nach Dateien zu suchen, die noch nicht in QGIS geladen sind. Letzteres aber nur, wenn der Algorithmus nicht die Auswahl einer Attributspalte erfordert. In diesem Fall können nur bereits in QGIS geladene Layer ausgewählt werden, um auf die Liste der Spalten zugreifen zu können.

    Sie sehen eine Taste bei jedem Auswahlknopf für die Vektorlayer. Wenn der Algorithmus mehrere von ihnen enthält, werden Sie nur in der Lage sein, einen von ihnen zu verändern. Wenn die Taste für einen eingegebenen Vektor umgeschaltet wird, wird der Algorithmus iterativ auf jedes seiner Objekte ausgeführt. Sie werden mehr über diese Art der Ausführung am Ende dieses Abschnitts erfahren.

  • Eine Tabelle, um aus einer Liste von allen in QGIS vorhandenen zu wählen. Nicht-räumliche Tabellen werden in QGIS wie Vektorlayer geladen und werden auch als solche durch das Programm behandelt. Derzeit ist die Liste der verfügbaren Tabellen, die Sie sehen können auf Dateien im DBase- (.dbf) und CSV-Format (.csv) eingeschränkt.

  • Eine Option, um mögliche Parameter aus einer Auswahlliste zu wählen.

  • Ein numerischer Wert, der in ein Textfeld eingetragen wird. Hier finden Sie einen Knopf an seiner Seite. Mit einem Klick darauf erscheint ein Dialog, über den Sie einen mathematischen Ausdruck eingeben können. Sie können es als handlichen Taschenrechner verwenden. Einige nützliche Variablen, die automatisch in QGIS berechnet sind, können zu Ihrem Ausdruck hinzugefügt werden. Sie können einen Wert aus jeder dieser Variablen wie z.B. die Zellengröße eines Layers oder den nördlichsten Koordinatenwert eines Layers verwenden.

Figure SEXTANTE 7:

../../../_images/number_selector.png

Number Selector win

  • Ein Wertebereich mit Minimum und Maxmum, der über zwei Textfelder angegeben wird.

  • Ein Text, der in ein Textfeld eingegeben wird.

  • Eine Spalte, die aus einer Attributtabelle ausgewählt wird oder eine einzelne Tabelle.

  • Ein Koordinatenbezugsystem (KBS). Sie können den EPSG Code direkt in das Feld eintragen oder aus dem Auswahlfenster selektieren, wenn sie auf den Knopf rechts neben dem Feld klicken

  • Vier Zahlen, die eingegeben werden, um die xmin, xmax, ymin, ymax Grenzen festzulegen. Mit einem Klick auf den Knopf auf der rechten Seite erscheint ein Pop-up-Menü mit zwei Optionen: um den Wert aus einem Layer zu übernehmen oder um das aktuelle Ausmaß über das Kartenfensters zu wählen, indem Sie durch Aufziehen eines Rechtecks im Kartenfenster die Ausdehnung definieren.

    Figure SEXTANTE 8

    ../../../_images/extent.png

    SEXTANTE Extent win

    Wenn Sie die erste Option wählen, sehen Sie einen Dialog wie den nächsten.

    Figure SEXTANTE 9

    ../../../_images/extent_list.png

    SEXTANTE Extent List win

    Wenn Sie den zweiten wählen, wird das Parameter-Fenster verschwinden, damit Sie durch Klicken und Ziehen im Kartenfenster einen Bereich definieren können. Wenn das Rechteck definiert ist, wird der Dialog mit den Werten wieder auftauchen.

    Figure SEXTANTE 10:

    ../../../_images/extent_drag.png

    Extent Drag win

  • Eine Liste von Elementen (ob Rasterlayer, Vektorlayer oder Tabellen), aus der Liste von denen, die in QGIS geladen sind. Um eine Auswahl zu treffen, klicken Sie auf die kleine Taste auf der linken Seite der entsprechenden Zeile, um einen Dialog wie den Folgende zu sehen.

    Figure SEXTANTE 11:

    ../../../_images/multiple_selection.png

    Multiple Selection win

  • Eine kleine Tabelle, um vom Benutzer editiert werden kann. Diese wird verwendet, um Parameter wie Lookup-Tabellen oder Convolution Filter zu definieren.

    Klicken Sie auf den Knopf auf der rechten Seite, um die Tabelle zu sehen und zu editieren.

    Figure SEXTANTE 12:

    ../../../_images/fixed_table.png

    Fixed Table win

    In Abhängigkeit vom Algorithmus kann die Anzahl der Zeilen verändert werden oder auch nicht, indem Sie auf den Knopf rechts neben dem Fenster klicken.

Sie finden einen [Hilfe] Knopf im unteren Teil des Parameter-Dialogs. Wenn eine Hilfedatei verfügbar ist, wird sie angezeigt, so dass Sie mehr Informationen über den Algorithmus bekommen sowie eine detaillierte Beschreibung, was die einzelnen Parameter machen. Leider fehlt es den meisten Algorithmen an guter Dokumentation. Wenn Sie also einen Beitrag zum Projekt leisten möchten, wäre dies ein guter Startpunkt.

Bemerkung zum Thema Projektionen

SEXTANTE — und auch die meisten der externen Anwendungen, deren Algorithmen SEXTANTE bereitstellt — verfügt über keine Reprojektion der Layer und setzt somit voraus, dass alle Daten bereits in einem gemeinsamen Koordinatenbezugsystem (KBS) sind und damit bereit für die Analyse. Wenn Sie mehr als einen Layer als Eingabe verwenden, ob Vektor oder Raster, ist es an Ihnen, sicherzustellen, dass sie alle im selben KBS sind.

Beachten Sie, dass QGIS ‘on-the-fly’ Reprojektion untertützt. Daher kann es so scheinen, dass sich zwei Layer überlappen und im selben KBS sind, es aber in Wahrheit vielleicht nicht sind. Eine Reprojektion sollte am besten manuell im Vorfeld stattfinden. Die resultierenden Layer können dann als Eingabe für SEXTANTE verwendet werden. Beachten Sie auch, dass der Prozess der Reprojektion auch mit SEXTANTE durchgeführt werden kann.

Mit SEXTANTE Algorithmen erstellte Datenobjekte

Datenobjekte, die mit SEXTANTE erstellt werden, können folgende Typen haben:

  • Rasterlayer

  • Vektorlayer

  • Tabelle

  • HTML-Datei (wird für Text und grafische Ausgabe verwendet)

Sie werden alle auf der Festplatte gespeichert (es gibt keine In-Memory-Ergebnisse), und die Parametertabelle enthält ein Textfeld entsprechend jeder Ausgabe, wo Sie eine Ausgabe eingeben können, die für die Speicherung verwendet wird. Die Ausgabe enthält die erforderlichen Informationen, um das resultierende Objekt irgendwo zu speichern. In den meisten Fällen werden Sie es in einer Datei speichern, aber die Architektur von SEXTANTE ermöglicht auch andere Arten der Speicherung. Zum Beispiel kann ein Vektorlayer in einer Datenbank gespeichert werden oder sogar zu einem entfernten Server über eine WFS-T-Schnittstelle hochgeladen werden. Obwohl Lösungen wie diese noch nicht umgesetzt sind, wird SEXTANTE bereit sein, es zu nutzen, wenn es zukünftig möglich sein wird.

Um eine Ausgabe zu wählen, klicken Sie einfach auf den Knopf auf der rechten Seite neben dem Textfeld. Das öffnet einen Speicher-Datei Dialog, in dem Sie den gewünschte Dateipfad auswählen können. Unterstützte Datei-Erweiterungen werden in dem Dateiformat Selektor des Dialogs angezeigt, abhängig von der Art des Ergebnisses und des Algorithmus.

Das Format der Ausgabe wird durch die Dateinamen-Erweiterung definiert. Die unterstützten Formate sind abhängig von denen, die durch den Algorithmus selbst unterstützt werden. Um ein Format zu wählen, wählen Sie einfach die entsprechende Dateierweiterung (oder fügen Sie es hinzu, wenn Sie den Dateipfad eingeben). Wenn die Erweiterung mit keinem der unterstützten übereinstimmt, wird eine Standard-Erweiterung verwendet (in der Regel Dbf für Tabellen, tif für Raster und shp für Vektor), um den Layer oder die Tabelle zu speichern.

Wenn Sie keinen Dateinamen angeben, wird das Ergebnis als temporäre Datei und im entsprechenden Standard-Dateiformat gespeichert und wieder gelöscht, sobald Sie QGIS beenden (Vorsicht, falls Sie ein QGIS Projekt speichern, dass temporäre Layer enthält).

Sie können einen Standard-Ordner für die Ausgabe der Daten definieren. Gehen Sie zum Konfigurations-Dialog (Sie können ihn im Menü SEXTANTE-Menü) finden unter Optionen –> Allgemein. Dort gibt es einen Parameter Ausgabeordner. Dieser Ausgabeordner wird als Standard-Pfad verwendet, wenn Sie nur einen Dateinamen ohne Pfad (zB: file: myfile.shp) bei der Ausführung eines Algorithmus angeben.

Abgesehen von Layern und Tabellen, erzeugt SEXTANTE auch Grafiken und Texte als HTML-Dateien. Diese Ergebnisse werden am Ende der Ausführung des Algorithmus in einem neuen Fenster angezeigt. Dieser Dialog hält die Ergebnisse während der aktuellen Sitzung bereit und kann jederzeit über das Menü SEXTANTE ‣ SEXTANTE Ergebnisbetrachter wieder angezeigt werden.

Einige externe Anwendungen können Dateien (ohne besondere Einschränkungen bei der Dateinamen-Erweiterung haben) als Ausgabe erzeugen, die nicht zu einer der oben genannten Kategorien gehören. Diese Ausgabedateien werden nicht von QGIS verarbeitet (weder geöffnet noch in das aktuelle QGIS-Projekt integriert), da diese meistens nicht von QGIS unterstützt werden. Dies ist beispielsweise der Fall beim LAS-Format für LIDAR-Daten. Die Dateien werden erstellt, aber Sie werden nicht in QGIS angezeigt.

Für alle anderen Arten von Ausgaben finden Sie ein Kontrollkästchen, mit dem sie festlegen können, ob SEXTANTE die Datei in QGIS laden soll, wenn sie durch den Algorithmus erzeugt wurde. Standardmäßig werden alle Dateien angezeigt.

SEXTANTE unterstützt keine optionale Ausgabe, alle Ausgaben werden erstellt, aber Sie können über das entsprechende Kontrollkästchen definieren, wenn Sie an einer bestimmten Ausgabe nicht interessiert sind. (Der Layer wird zwar erstellt, aber nur temporär im Hintergrund, wenn Sie das Textfeld leer lassen, und wieder gelöscht, sobald Sie QGIS verlassen)

SEXTANTE Konfigurieren

Wie bereits erwähnt wurde, gibt das Konfigurationsmenü Zugang zu einem neuen Dialog, in dem Sie festlegen, wie SEXTANTE funktioniert. Die Konfigurationsparameter sind in separate Blöcke strukturiert und können auf der linken Seite des Dialogs ausgewählt werden.

Zusammen mit dem oben genannten Ausgabeordner Eintrag, enthält der Allgemein Block Parameter zur Einstellung der Standard-Darstellung für SEXTANTE Layer (d.h. Layer mit Algorithmen aus einer der SEXTANTE Komponenten). Erstellen Sie einfach den gewünschten Stil mit QGIS, speichern Sie ihn in eine Datei, und geben Sie den Pfad zu dieser Datei in den Einstellungen an, so dass SEXTANTE sie verwenden kann. Immer, wenn ein Layer von SEXTANTE in QGIS geladen wird, wird dieser Stil verwendet.

Die Darstellung kann für jeden Algorithmus und jede seiner Ausgaben konfiguriert werden. Klicken Sie einfach auf den Namen des Algorithmus in der Toolbox, und wählen Sie mit der rechten Maustaste Farbwiedergabeart bearbeiten. Sie sehen dann einen Dialog, wie den folgenden.

Figure SEXTANTE 13:

../../../_images/rendering_styles.png

Rendering Styles win

Wählen Sie die Stildatei (.qml) für jede Ausgabedatei und klicken Sie dann [OK].

Andere Konfigurationsparameter im Bereich Allgemein werden unten beschrieben:

  • Dateinamen als Layernamen verwenden. Der Name jedes mit SEXTANTE erstellten Layers wird durch den Algorithmus definiert. In einigen Fällen kann es ein fester Name sein. In anderen Fällen kann sich der Name auf den Namen eines Eingabelayers oder eines Parameters beziehen, um den Algorithmus verwenden zu können. Wenn dieses Kontrollkästchen aktiviert ist, wird stattdessen der Name aus der Ausgabe übernommen. Beachten Sie: Wenn die Ausgabe in eine temporäre Datei gespeichert wird, ist der Name der temporären Datei in der Regel lang und bedeutungslos, um einen Konflikt mit anderen, bereits bestehenden Dateinamen zu vermeiden.

  • Verwenden Sie nur ausgewählte Objekte. Wenn diese Option aktiviert ist und ein Vektorlayer als Eingabe für einen Algorithmus verwendet wird, werden nur selektierte Objekte verwendet. Wenn der Layer keine ausgewählten Objekte zeigt, werden alle verwendet.

Abgesehen vom Bereich Allgemein im Menü Einstellungen, finden Sie auch einen für jeden Algorithmus-Provider. Sie enthalten ein aktivieren Element, das Sie verwenden können, um festzulegen, ob Algorithmen dieses Providers in der Toolbox erscheinen oder nicht. Auch haben einige Provider ihre eigene Algorithmus-Konfiguration, die wir später noch genauer erklären.